Unsere Aktivitäten in der Aluminium-Lieferkette

Aluminium ist ein Schlüsselmaterial im Fahrzeugbau, nicht zuletzt aufgrund seiner besonderen Eigenschaften als Leichtbaumaterial. Für einen verantwortungsvollen und umweltfreundlichen Bezug entlang der gesamten Wertschöpfungskette arbeitet Mercedes-Benz eng mit seinen Lieferanten zusammen. Künftig bezieht das Unternehmen für Presswerke und Gießereien in Europa nur noch Primäraluminium, das durch die Aluminium Stewardship Initiative (ASI) zertifiziert ist.

Für eine nachhaltige Aluminium-Lieferkette setzt Mercedes-Benz auf einen umfassenden Ansatz: Um unsere Umwelt und Ressourcen zu schonen, erhöhen wir konsequent den Anteil an recyceltem Aluminium in unserer Lieferkette. Gleichzeitig setzen wir uns beim Bezug von sogenanntem Primäraluminium für den sozialverträglichen und umweltgerechten Abbau des Rohstoffs Bauxit ein, der zur Herstellung des Werkstoffs benötigt wird. Der Abbau des Rohstoffs steht insbesondere in Guinea aufgrund sozialer und ökologischer Aspekte und den Folgen für die lokale Bevölkerung in der Kritik. Daher gehört Bauxit zu den potentiellen Risiko-Rohstoffen, die wir im Hinblick auf menschenrechtliche Risiken genauer untersuchen.

Verantwortungsvoller Aluminiumbezug

Ein Teil des Bauxits für unser Primäraluminium kommt aus Guinea. Gemäß dem Grundsatz „Befähigung vor Rückzug“ verfolgen wir den Ansatz, kritische Länder nicht generell als Bezugsquellen auszuschließen, sondern mit allen beteiligten Parteien auf eine Verbesserung der Situation vor Ort hinzuwirken.

Dazu setzt Mercedes-Benz auf die Anwendung starker Nachhaltigkeitsstandards und robuster Zertifikate: Als erster Automobilhersteller beziehen wir künftig ausschließlich Primäraluminium für Presswerke und Gießereien in Europa, das durch die Aluminium Stewardship Initiative (ASI) zertifiziert ist. Das Zertifikat gilt nur im ersten Schritt für Europa und wird mittelfristig auf weitere Standorte außerhalb Europas ausgerollt. Es bestätigt, dass die Rohstoffe unabhängig vom Bezugsland verantwortungsvoll und umweltfreundlich gewonnen und verarbeitet werden – vom Abbau in der Mine über die Hütten und Raffinerien, bis das Material in unsere Presswerke und Gießereien gelangt. Damit stellen wir sicher, dass das Rohmaterial nur aus unabhängig zertifiziertem Abbau stammt und Sorgfaltspflichten auf allen Stufen der Lieferkette eingehalten werden. Der ‚Chain of Custody-Standard‘ der Initiative wird damit ab sofort zu einem wichtigen Vergabekriterium für Aluminium-Umfänge. Das zertifizierte Material kommt künftig zum Beispiel in Karosserieteilen wie Motorhauben und Heckklappen zum Einsatz.

Mercedes-Benz engagiert sich bereits seit mehreren Jahren in der Aluminium Stewardship Initiative und unterstützt die Umsetzung eines unabhängigen Zertifizierungsschemas für die gesamte Aluminium-Wertschöpfungskette. Die Zertifizierung berücksichtigt auch die Situation der lokalen Bevölkerung im Umfeld der Bauxit-Minen: Mit dem Beratungsgremium ‚Indigenous Peoples Advisory Forum‘ sind die Interessen indigener Gemeinschaften gleichberechtigt zu anderen Stakeholdern im Standardsetzungsprozess vertreten. Es setzt sich für die Rechte der Bevölkerung vor Ort ein und wirkt aktiv bei der Entwicklung und Umsetzung des Standards mit. Weitere Informationen zur ASI finden Sie hier.

Mit der ASI-Zertifizierung stellen wir sicher, dass unsere Anforderungen für einen nachhaltigen Rohstoffbezug eingehalten werden. Darüber hinaus ist Mercedes-Benz mit seinen direkten Aluminiumlieferanten, den beteiligten Bergbauunternehmen in Guinea, bauxitverarbeitenden Unternehmen sowie Vertretern der Zivilgesellschaft in den direkten Dialog getreten, um die Auswirkungen des Bauxit-Abbaus in Guinea zu adressieren. Weil sich Verbesserungen in komplexen Lieferketten nur gemeinsam durchsetzen lassen, haben wir unseren direkten Lieferanten die Ergebnisse unserer Risikobewertung zur Verfügung gestellt. Darunter fallen insbesondere Aspekte, die im Zusammenhang mit den Auswirkungen des Bergbaus stehen – wie beispielsweise Umsiedlung oder Landzugang - und die Einbindung der lokalen Bevölkerung zu diesen Themen. Unsere Lieferanten sind aufgefordert, diese Punkte auch in ihren eigenen Lieferketten zu adressieren.

Emissionen reduzieren

Bei der Erzeugung von Primäraluminium entstehen aufgrund des hohen Energiebedarfs viele CO₂-Emissionen. Gemeinsam mit Batteriezellen und Stahl macht Aluminium etwa 80% des CO₂-Fußabdrucks in der Lieferkette eines reinen Elektrofahrzeuges aus. Auf dem Weg zur Klimaneutralität geht Mercedes-Benz die Lieferkette von Primäraluminium deshalb gemeinsam mit seinen Lieferanten mit besonderem Nachdruck an. Das Ziel: Emissionen konsequent reduzieren. Bereits heute bezieht Mercedes-Benz Primäraluminium mit deutlich reduziertem CO₂-Fußabdruck. Durch den Einsatz von erneuerbaren Energien entstehen in der Herstellung des Werkstoffs beim Lieferanten im Schnitt 50% weniger CO₂-Emissionen als es bei in Europa verarbeitetem Aluminium üblich ist. Allein bei Rohbau-Strukturgussbauteilen wie Stoßdämpferaufnahmen oder Quer- und Längsträgern, die in der Gießerei in Mettingen gefertigt werden, sparen wir so jährlich etwa 15.000 Tonnen CO₂.

Ressourcen schonen: recyceltes Aluminium

Gleichzeitig setzt Mercedes-Benz auf den vermehrten Einsatz von recyceltem Aluminium, sogenanntes Sekundäraluminium. Der Vorteil: Beim Einsatz von Sekundäraluminium aus Aluminiumschrotten lassen sich etwa 90 Prozent des Energiebedarfs gegenüber der Herstellung von Primäraluminium einsparen und gleichzeitig Ressourcen schonen. Mercedes-Benz hat sich daher zum Ziel gesetzt, den Anteil an eingesetztem Sekundäraluminium sukzessive zu erhöhen. Um Ressourcen zu schonen, entwickeln wir daher mit unseren Lieferanten Aluminium-Legierungen, die unsere hohen Anforderungen beispielsweise bei Strukturgussteilen erfüllen und gleichzeitig den Einsatz von recyceltem Aluminium aus alten Fahrzeugen, Getränkedosen, Fassadenblechen oder der Verpackungsindustrie ermöglichen. So beziehen wir beispielsweise ausgewählte Gussteile im Rohbau des kommenden Mercedes AMG-SL aus Sekundär-Aluminiumlegierung und sparen so mehr als 90% CO₂-Emissionen in der Aluminiumherstellung ein.

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