Initiativen für nachhaltige Rohstofflieferketten

Daimler unterstützt nicht nur einen verantwortungsvollen Rohstoffbezug für Materialien in Batteriezellen, wie beispielsweise Kobalt – sondern auch für „klassische“ Rohstoffe, wie zum Beispiel Aluminium, Glimmer oder Stahl. Zusätzlich zu unseren eigenen Maßnahmen engagieren wir uns im Rahmen der Mercedes-Benz AG sowie der Daimler Truck AG in unterschiedlichen übergreifenden und rohstoffspezifischen Initiativen, um die Nachhaltigkeitssituation in den Lieferketten zu verbessern.

Mit jeder der Initiativen verfolgt das Unternehmen konkrete Ziele. Sie ermöglichen als Plattformen die Zusammenarbeit mit relevanten Stakeholdern und stellen zudem Kontrollmechanismen wie z.B. Zertifizierungssysteme und Standards bereit, die eine nachhaltige Herkunft von Rohstoffen fördern. Über die Zusammenarbeit mit anderen Akteuren wie NGOs oder Wirtschaftsunternehmen in diesen Initiativen können wir unsere Kräfte bündeln.

Durch die Initiative for Responsible Mining Assurance (IRMA) steht zum ersten Mal ein rohstoffübergreifender Standard für den industriellen Bergbau zur Verfügung, der im intensiven Dialogen mit Industrie, Zivilgesellschaft und Gewerkschaften entwickelt wurde. Mehr als 100 Experten und gemeinnützige Organisationen wurden in die Ausarbeitung der IRMA-Standards für verantwortungsvollen Bergbau einbezogen, beispielsweise Human Rights Watch, Microsoft und Anglo American. Der Standard steht noch am Anfang seiner industrieweiten Anwendung.

Die Daimler AG ist der IRMA beigetreten, um die breite Anwendung von starken und vergleichbaren Nachhaltigkeitsstandards zu fördern – auch als Voraussetzung für Lieferantenentscheidungen und -verträge. Wo robuste Zertifikate existieren, verfolgen wir diese mit der Blockchain-Technologie, die wir bereits seit 2018 in Pilotprojekten testen.

Um zu verhindern, dass konfliktbehaftetes Material in die Lieferkette gelangt, ist die Daimler AG der Responsible Minerals Initiative beigetreten. Diese setzt ein selbst entwickeltes, unabhängiges Zertifizierungsschema, das Responsible Minerals Assurance Process (RMAP), für Raffinerien und Hütten ein. Damit wird nachgewiesen, dass Systeme vorhanden sind, die die verantwortungsvolle Beschaffung von Mineralien sicherstellen.

In unseren Vergaben verpflichten wir unsere Lieferanten, die Konfliktminerale Tantal, Zinn, Wolfram und Gold (3TG) ausschließlich von Schmelzen und Raffinerien zu beziehen, die die Anforderungen des RMI-Zertifizierungsschemas erfüllen. Außerdem stellt die Responsible Minerals Initiative Unternehmen zahlreiche Hilfsmittel und Informationsquellen für eine verantwortungsvolle Beschaffung von Mineralien zur Verfügung. Auf diese Weise wird die Transparenz in den Lieferketten erhöht, in denen Konfliktminerale verarbeitet werden.

Mit dem Rohstoff Glimmer (Mica) wird der schimmernde Effekt bei Fahrzeuglacken erzielt. Mit dem Beitritt in die Responsible Mica Initiative will die Daimler AG künftig noch konsequenter gegen Kinderarbeit in Glimmer-Minen vorgehen: Die Initiative setzt sich für eine faire, verantwortungsvolle und nachhaltige Mica-Lieferkette in Indien ein. Dafür entwickelt die Daimler AG gemeinsam mit anderen Unternehmen, NGOs, Branchenverbänden und Regierungsvertretern Standards für verantwortungsbewusste Arbeitsbedingungen, stärkt lokale Gemeinschaften und unterstützt den Aufbau eines rechtlichen Rahmens für die Mica-Branche. Die Initiative hat das Ziel, Kinderarbeit und inakzeptable Arbeitsbedingungen in Mica-Minen bis 2022 vollständig zu beseitigen.

Aluminium spielt als Werkstoff von Elektrofahrzeugen eine immer größere Rolle, da es im Vergleich zu Stahl wesentlich leichter ist. Daimler ist Teil der gemeinnützigen Aluminium Stewardship Initiative, um die Umsetzung eines unabhängigen Zertifizierungsschemas für die gesamte Aluminium-Wertschöpfungskette zu unterstützen. Mit einem intensivierten Dialog mit allen Stakeholdern der Aluminium-Lieferkette sollen kontinuierlich messbare Verbesserungen im Bereich Soziales, Umwelt und verantwortungsvoller Geschäftsführung erreicht werden – von der Herstellung, über die Verwendung bis hin zum Recycling von Aluminium.

Stahl ist der anteilig am meisten verwendete Werkstoff im Auto und stellt die weltgrößte Rohstoffindustrie dar. Die Stahlproduktion ist mit vielen ethischen, ökologischen und sozialen Aspekten entlang der gesamten Wertschöpfungskette verknüpft, für deren Berücksichtigung es bislang keine einheitlichen Vorgaben für Unternehmen gibt.

Die Non-Profit-Organisation Responsible Steel Initiative (RSI) verfolgt das Ziel, einen global einheitlichen, zertifizierbaren Nachhaltigkeitsstandard für die Stahlindustrie zu entwickeln. Käufer des zertifizierten Stahls sollen zukünftig darauf vertrauen können, dass die verwendeten Stahlprodukte umweltfreundlich und sozialgerecht hergestellt wurden – vom Abbau der Rohstoffe bis zum Verkauf an den Endverbraucher. Damit der Standard letztendlich eine breite Akzeptanz genießt, werden die Interessen der wichtigsten Stakeholder im Zuge der Standardentwicklung einbezogen. Hier bringt sich Daimler aktiv ein.

Die Daimler AG ist LEAD-Partner der Brancheninitiative Drive Sustainability – einer vom Unternehmensnetzwerk CSR Europe koordinierten europäischen Arbeitsgruppe, die die Nachhaltigkeit in der automobilen Lieferkette verbessern möchte. Ein zentrales Instrument, das in diesem Rahmen entwickelt wurde, ist ein einheitlicher Nachhaltigkeitsfragebogen für Lieferanten. Darüber hinaus bietet die Brancheninitiative gemeinsame Schulungen und Workshops für Lieferanten an, um sie bei der Verbesserung ihrer Nachhaltigkeitsleistung zu unterstützen.

Wir verwenden Cookies

Damit wollen wir unsere Webseiten nutzerfreundlicher gestalten und fortlaufend verbessern. Wenn Sie die Webseiten weiter nutzen, stimmen Sie dadurch der Verwendung von Cookies zu.