Umgang mit Risikorohstoffen

Daimler verfolgt einen risikobasierten Ansatz. Das bedeutet: In Rohstofflieferketten mit einem hohen Risiko für Menschenrechtsverletzungen ist es unser Anspruch, größtmögliche Transparenz über die vorgelagerten Wertschöpfungsstufen zu schaffen. Auf diese Weise identifizieren wir die menschenrechtlich kritischen Punkte und können zielgerichtete Maßnahmen definieren und umsetzen.

Bei der Produktion von Fahrzeugen benötigen wir einige Rohstoffe, bei denen die Gefahr besteht, dass sie möglicherweise unter menschenrechtlich kritischen Bedingungen abgebaut oder verarbeitet werden. Die Lieferketten dieser Rohstoffe zu kontrollieren, hat für uns deshalb hohe Priorität. Unter dem Dach des Human Rights Respect Systems analysieren wir 24 kritische Rohstoffe auf menschenrechtliche Risiken, schaffen Transparenz in unseren Lieferketten und treffen Maßnahmen, um Risiken zu reduzieren. Mehr zu unseren Zielen erfahren Sie hier.

Unser Engagement bei Batterierohstoffen

Auf dem Weg zur CO₂-Neutralität stellen batterieelektrische Antriebe einen zentralen Baustein dar. Damit verbunden ist ein sich verändernder und wachsender Bedarf an bestimmten Rohstoffen, zu denen insbesondere Kobalt und Lithium, aber auch Nickel, Graphit, Mangan und Kupfer gehören. Diese zählen zu den 24 von uns identifizierten Rohstoffen, deren Einsatz, Gewinnung oder Weiterverarbeitung menschenrechtlich potenziell kritisch sind. Um sowohl menschrenrechtlichen, als auch Umweltrisiken zu begegnen, führen wir deshalb bei diesen Rohstoffen umfassende Überprüfungen in Form sogenannter Rohstoffassessments durch.

Neben einer anfänglichen Situationserhebung stellen die intensive Auseinandersetzung mit unseren Lieferketten und die Einbindung unserer direkten Lieferanten sowie weiterer Stakeholder aus Wissenschaft, Industrie und Zivilgesellschaft wichtige Elemente unserer Überprüfungen dar.

Unsere Rohstoffassessments bestehen aus drei Schritten:

  1. Wir schaffen Transparenz entlang der jeweiligen Rohstoff-Lieferketten.
  2. Wir identifizieren in diesen Lieferketten Risiko-Hotspots.
  3. Wir definieren Maßnahmen, um Risiken entgegenzuwirken, setzen diese um und stellen sicher, dass sie wirksam sind.

Bis 2025 wollen wir 70 Prozent aller Rohstoffe mit hohem Risiko überprüfen. Letztlich sollen bis 2028 für 100 Prozent der Rohstoffe mit erhöhtem Risiko für Menschenrechtsverletzungen entsprechende Maßnahmen definiert werden. Die Rohstoffassessments zu den genannten Batterie-Rohstoffen haben alle im Jahr 2021 mindestens begonnen. Zu den Ergebnissen der Assessments berichten wir hier .

Industrieller Bergbau ist immer mit Eingriffen in die Umwelt und damit auch mit potentiellen Auswirkungen auf die Lebensbedingungen der lokalen Bevölkerung verbunden. Zu den im Rahmen bisheriger Rohstoffassessments identifizierter Risiken zählen beispielsweise:

  • Gefahren für die Gesundheit von Beschäftigten und der Bevölkerung im Umkreis der Mine, z.B. durch Staubemissionen aufgrund großer Materialbewegungen und Transport,
  • Auswirkungen auf die umliegende Landwirtschaft, z.B. durch die Veränderung oder Verunreinigung von Grundwasser und offenen Gewässern,
  • Einflüsse auf die Lebensweise der Bevölkerung vor Ort (einschließlich indigener Gemeinschaften), in Einzelfällen bis hin zur Umsiedlung; z.B. aufgrund des Flächenbedarfs großer Minen.

Neben unseren eigenen Rohstoffassessments, aus denen wir rohstoffspezifische Maßnahmen ableiten, bildet der Einsatz anerkannter externer Standards für uns ein zentrales Instrument, um unseren eigenen Sorgfaltspflichten nachzukommen. Von besonderer Bedeutung ist für uns dabei der Bergbaustandard der Initiative for Responsible Mining Assurance (IRMA). IRMA ist der derzeit weitreichendste Standard und deckt die Risiken im Abbau von Rohstoffen umfassend ab. Weil die Ergebnisse der Audits transparent und vollständig veröffentlich werden, schafft IRMA eine Voraussetzung für die anschließende Mitwirkung aller relevanter Stakeholder bei der fortlaufenden Verbesserung der Nachhaltigkeitsperformance der überprüften Minen.

Seit 2021 setzen wir IRMA als Voraussetzung in allen batteriebezogenen Vergaben ein und fordern von unseren Lieferanten die ausschließliche Verwendung von Kobalt, Lithium, Nickel, Graphit, Mangan und Kupfer aus IRMA-auditierten Minen in neu beauftragten Lieferumfängen. Weil IRMA noch am Beginn der industrieweiten Anwendung steht, setzen wir dabei auf Übergangszeiträume. Mit unserer klaren Anforderung beschleunigen wir die Etablierung des Standards unter realistischen Bedingungen: Wir setzen schrittweise auf immer verantwortungsvollere Praktiken mit dem mittelfristigen Ziel einer robusten Zertifizierung. So erwarten wir zum jeweiligen Produktionsstart des entsprechenden Kaufteils beim Lieferanten mindestens einen Nachweis über „IRMA Transparency“ und drei Jahre danach die Erreichung von „IRMA 50“ oder höher. Details zu den beschriebenen IRMA-Einstufungen siehe hier.

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