Ist CO₂-Kompensation genauso gut wie Verzicht?

Ein Wochenendtrip nach Mallorca, Silvester in New York oder eine Kreuzfahrt durch die Ägäis: Noch vor wenigen Monaten, bevor COVID-19 unser soziales, kulturelles und wirtschaftliches Leben Kopf stehen ließ, für viele gelebte Normalität. Gegen das schlechte (Klima-)Gewissen leistet die freiwillige Kompensation von CO₂-Emissionen durch Ausgleichszahlungen Abhilfe. Doch kann CO₂-Kompensation als vermeintliches Allheilmittel genauso gut sein wie Verzicht? Und ab wann kann der freiwillige CO₂-Ausgleich für Unternehmen eine Lösung sein? Stella Schaller, Expertin für Kompensation durch Klimaschutzprojekte und internationale Klimadiplomatie, spricht in Nägel mit klugen Köpfen über das Für und Wider - und positive Nebenwirkungen.

Stella Schaller setzt sich als Projektmanagerin und Klimaexpertin weltweit für Klimaschutz, nachhaltige Entwicklung und Friedenssicherung ein. In der unabhängigen Denkfabrik adelphi hat sie zahlreiche Analysen und Forschungsprojekte rund um das Thema CO₂-Kompensation begleitet. Unter anderem ist sie Co-Autorin des Ratgebers „Freiwillige CO₂-Kompensation durch Klimaschutzprojekte“ des Umweltbundesamts.

Wie sehen Sie den Klimawandel: Weltuntergangsstimmung oder globale Herausforderung?

Ich sehe den Klimawandel als eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Die Auswirkungen bedrohen neben der Umwelt den Wohlstand weltweit, die wirtschaftliche Entwicklung, soziale Gerechtigkeit und die physische und psychische Gesundheit der Menschen. Der Klimawandel und Umweltzerstörung werden Viruserkrankungen und Pandemien wie Corona auch noch wahrscheinlicher machen. Deshalb sind in allen privaten und öffentlichen Lebensbereichen – das sind vor allem Mobilität, Wohnen, Landwirtschaft und Energie – fundamentale Veränderungen notwendig. Für mich ist der Klimawandel aber vor allem ein Gerechtigkeitsthema.

Warum?

Weil Länder, die am wenigsten für den Klimawandel verantwortlich sind, die größte Last der Schäden tragen. Mich trifft es zutiefst, wenn ich lese, wie viele Inselbewohner durch die Auswirkungen des Klimawandels ihre Heimat verlieren oder Dürren neue Hungersnöte und Konflikte befeuern.

Mobilität verursacht Emissionen – wie gehen Sie persönlich mit Ihrem ökologischen Fußabdruck um?

Ich versuche, Flugreisen komplett zu vermeiden. Wenn mir das nicht gelingt, kompensiere ich die Emissionen mit freiwilligen CO₂- Zertifikaten. Fahrrad statt Auto fahren, ein grüner Stromanbieter, weniger Tierprodukte und ein nachhaltiges Bankkonto sind mir auch wichtig.

Angenommen Sie, Frau Schaller, und ich reisen beide von Stuttgart nach Berlin. Sie fahren mit dem eigenen – nicht-elektrischen – PKW und „kompensieren“ im doppelten Umfang ihren flugbedingten CO₂-Fußabdruck. Ich fahre mit einem ICE der Deutschen Bahn. Wer von uns beiden hat mehr für den Klimaschutz getan? Inwiefern ist Kompensation genauso gut wie Verzicht?

In dem Fall hätten Sie mehr getan, weil eine Zugfahrt im Schnitt weniger klimaschädlich als eine Autofahrt und eine Einsparung immer der Kompensation vorzuziehen ist. Beim Autofahren - und auch beim Fliegen - geht es auch nicht nur um CO₂-Emissionen. Es entstehen Luftschadstoffe und Lärm; die Verkehrsinfrastruktur verbraucht Platz und frisst Ressourcen.

Beim Fliegen wird zudem die negative Klimawirkung neben CO₂-Emissionen auch durch Kondensstreifen, Stickoxide und Aerosole hervorgerufen, welche beim Verbrennen von Kerosin entstehen.

CO₂-Kompensation wird als ein Lösungsweg des globalen Klimaproblems gehandelt. Wie ist Ihre Sicht auf die Debatte um das Für und Wider der Kompensation?

CO₂-Kompensation dürfen wir auf keinen Fall als Freibrief zur Verschmutzung verstehen. Denn: Kompensation allein reicht nicht aus, um den Klimawandel abzuwenden. In erster Linie müssen wir Emissionen radikal reduzieren und unsere Art und Weise wie wir wirtschaften und konsumieren überdenken. Es ist außerdem eine ethische Frage, ob wir die Atmosphäre unbekümmert weiter verschmutzen wollen und Menschen in Ländern des globalen Südens dafür bezahlen, unsere Emissionen durch Projekte wieder einzusparen. Erst wenn Vermeidung von CO₂ nicht mehr möglich ist, bietet die CO₂-Kompensation einen guten Ausgleich.

Trauen Sie CO₂-Kompensationsprojekten noch mehr zu als lediglich den Ausgleich?

CO₂-Kompensationsprojekte fördern häufig auch die nachhaltige soziale und ökologische Entwicklung des Projektlandes, und damit die Realisierung der 17 Sustainable Development Goals. Ein schönes Beispiel ist die Einführung effizienter Holzvergaseröfen in Indien. Die Kochgeräte benötigen 50 Prozent weniger Holz und wirken damit dem Rückgang der weltgrößten Mangrovenwälder entgegen. Die einzigartigen Salzpflanzen schützen die Projektregion Gangesdelta als eine Art natürliche Barriere gegen Unwetter und den dort ansteigenden Meeresspiegel. Doch das ist noch nicht alles: Mangroven speichern bis zu fünfmal mehr Treibhausgase als andere Bäume. Die Holzvergaseröfen verschlingen aber nicht nur weniger Holz, sondern erzeugen auch weniger gesundheitsschädlichen Rauch und verhindern so Atemwegserkrankungen. Durch den geringeren Holzbedarf haben die Familien zudem mehr finanzielle Ressourcen für Bildung und andere Ausgaben zur Verfügung.

Wie genau funktioniert der freiwillige Markt zum Emissionsausgleich?

Projektentwickler planen ein Klimaschutzprojekt und setzen dieses beispielsweise in einem Drittland um. Dabei muss unter anderem garantiert werden, dass die CO₂-Einsparung zusätzlich ist, also ohne die Kompensationszahlungen nicht stattgefunden hätte. Deshalb erhält jedes CO₂-Kompensationszertifikat ein Gütesiegel bevor es gehandelt werden darf. Ein Beispiel ist der Gold Standard. Kunden, die ihren ökologischen Fußabdruck von Reisen, Wohnen oder Alltagsaktivitäten minimieren möchten, können die Zertifikate erwerben und damit Projekte finanziell fördern.

Der verpflichtende und freiwillige Emissionsausgleich

Im europäischen Raum wird zwischen zwei unterschiedlichen Formen des Emissionsausgleichs unterschieden - dem verpflichtenden und dem freiwilligen Emissionsausgleich:

Der verpflichtende Emissionsausgleich
Mit dem Pariser Klimaabkommens 2015 hat sich die Staaten der Weltgemeinschaft erstmalig dazu verpflichtet, die Weltwirtschaft auf klimafreundliche Weise zu verändern. Damit dies nachweislich gelingt, sind die Staaten aufgefordert, ambitionierte Ziele u. A. zur Reduktion der Treibausgase vorzulegen und zu erfüllen. Auf EU-Ebene sind Emissionsverursacher – z. B. Unternehmen, aber auch die Landwirtschaft oder der Gebäudesektor seither dazu verpflichtet, einen Teil seiner Emissionen finanziell auszugleichen. Im Rahmen des sogenannten Emissionshandelssystems werden die aufgewendeten finanziellen Mittel dann für Klimaschutzprojekte aufgewendet, um die Gesamtbilanz der Treibhausgase eines Staates zu senken. Dieser verpflichtende Emissionshandel ist die erste Stellschraube für den Klimaschutz. Mehr Informationen finden Sie auf den Seiten des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

Der freiwillige Emissionsausgleich
Über den verpflichtenden Emissionsausgleich hinaus können Unternehmen, Organisationen und Verbraucher zusätzlich Emissionen, die sich nicht vermeiden oder reduzieren lassen, über freiwillige CO₂-Kompensationsprojekte ausgleichen. Bei einer Flugreise wird beispielsweise zunächst die Höhe der klimawirksamen Emissionen berechnet. Klimawirksam bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die freigesetzten Emissionen als klimaschädlich eingestuft werden. Der Fluggast kann diese in gleicher Emissionsmenge in Klimaschutzprojekten ausgleichen, indem er sogenannte Emissionsminderungsgutschriften – oft als Zertifikate bezeichnet – erwirbt. Dabei muss sichergestellt sein, dass es das Klimaschutzprojekt ohne den Erwerbsmechanismus nicht geben würde. Es handelt sich bei freiwilligen Kompensationen also immer um eine zusätzliche Klimaschutzmaßnahme. Denn: Auf staatlicher Ebene international verhandelte Reduktionsmaßnahmen dürfen nicht gleichzeitig als freiwillige Kompensationszertifikate verkauft werden. Denn dann wäre die CO2-Einsparung nicht mehr zusätzlich und gälte nicht mehr als Kompensation.

Wie schätzen Sie das Marktpotenzial der freiwilligen CO₂-Kompensation ein?

Bisher ist der freiwillige Anteil am Gesamtmarkt für CO₂-Zertifikate noch sehr gering. Die Nachfrage wuchs die letzten Jahre konstant, weil sich Verbraucher und insbesondere Unternehmen wie beispielsweise Daimler zunehmend Gedanken über klimaneutrales Handeln machen. Wie sich der Markt nach der globalen Corona-Krise entwickelt, ist unklar.

Welche Kompensationsprojekte empfehlen Sie als besonders geeignet?

Ich bin ein Fan von dem deutschen Projekt „MoorFutures“. Wie der Name schon sagt kümmern sich die Initiatoren um den Erhalt und die Renaturierung von Moorgebieten. Gesunde Moore schützen das Klima, weil sie mehr Kohlenstoff speichern als jedes andere Ökosystem. Von der weltweiten Landfläche machen Moore zwar nur drei Prozent aus, insgesamt speichern sie aber doppelt so viel CO₂ wie alle Wälder der Welt zusammen. Wenn Moore zerstört werden oder austrocknen, entweichen große Mengen klimaschädlicher Gase. Die Moorwiedervernässung führt zur Reduktion von Treibhausgasemissionen zwischen 5 und 35 Tonnen pro Hektar und Jahr. Die erzielten Reduktionen lassen sich auf dem freiwilligen Kohlenstoffmarkt verkaufen. Mehr Informationen zu dem Projekt finden Sie hier.

Ein Moorfeld in der Lüneberger Heide. Moore speichern mehr CO2 als jedes Ökosystem der Welt.

Welche Zeithorizonte werden bei Kompensationsmaßnahmen betrachtet? Die Emissionen entstehen ja heute oder sind bereits in der Vergangenheit in die Luft gelangt – und werden wann wieder neutralisiert sein? Kann man das generalisieren?

Die meisten Emissionseinsparungen, die wir heute auf dem Markt finden, wurden bereits in der Vergangenheit realisiert. Es gibt jedoch auch Kompensationsprojekte, die ihre Wirkung erst in der Zukunft entfalten - wie zum Beispiel Wald- oder Landnutzungsprojekte. Hier besteht ein Risiko, dass sie den geplanten CO₂-Ausgleich nicht erbringen können. Der Wald könnte beispielsweise in zehn Jahren abbrennen oder wegen eines Schädlingsbefalls abgeholzt werden. Für Zukunftsprojekte müssen deshalb besondere Puffermaßnahmen und Risikoanalysen durchgeführt werden, damit Emissionseinsparungen trotzdem garantiert und verkauft werden können.

Warum macht es für das Klima einen Unterschied, ob

  • a. das CO₂ erst gar nicht in die Atmosphäre gelangt (z. B. durch Verzicht auf einen Flug)
    oder
  • b. das CO₂ an anderer Stelle und zu einem späteren Zeitpunkt nicht in die Atmosphäre gelangt (z. B. weil der Flug durch Investments in CO2-senkende Kraftwerke kompensiert wurde, die es ohne den Flug nicht gegeben hätte)?

Kein CO₂ auszustoßen ist immer besser als es später zu kompensieren. Denn klimaschädliche Emissionen wirken sich nicht nur negativ auf die Umwelt, sondern auch auf die Luftqualität und die Gesundheit aus. Zudem verbraucht selbst die Organisation und die Umsetzung von Kompensationsaktivitäten – zwar nicht im gleichen Ausmaß aber trotzdem - wieder Energie und Ressourcen.

Kompensationsmaßnahmen werden oft am anderen Ende der Welt umgesetzt – also nicht dort, wo Emissionen entstehen. Wie sinnvoll ist das aus Ihrer Sicht?

Der freiwillige Markt zum Emissionsausgleich basiert auf dem Gedanken, dass es egal ist, an welchem Ort auf der Welt die Emissionen ausgestoßen und wieder eingespart werden. Der Vorteil von Kompensationsprojekten auf der Südhalbkugel ist, dass sie viel schneller, leichter und kostengünstiger umgesetzt werden können als zum Beispiel in Deutschland. Nationen, die seit dem Pariser Abkommen bereits verpflichtende CO₂-Reduktionen durchführen, setzen ihre freiwilligen Kompensationsprojekte daher vornehmlich im südlichen Teil der Erde um. Das wird sich voraussichtlich noch einmal ändern, da mittlerweile alle Länder der Welt dazu angehalten sind, Emissionen zu reduzieren. In den kommenden Jahren soll innerhalb der UN-Klimarahmenkonvention genau definiert werden, ob und welche Projekte im freiwilligen Markt stattfinden können.

Wie sehen Sie aktuelle und zukünftige Lösungen, über Carbon Capture-Maßnahmen CO₂ wieder aus der Luft zu ziehen?

Technische Carbon Capture Lösungen können bereits emittiertes klimaschädliches CO₂ wieder einfangen. Abscheidungs- und Speichertechnologien resorbieren beispielsweise CO₂ von industriellen Anlagen oder Kraftwerken und lagern es in unterirdische Schichten ein. Das ist natürlich gut für die Klimabilanz - eventuelle Langzeitfolgen sind jedoch zum aktuellen Zeitpunkt schwer kalkulierbar. Es wird auch daran gearbeitet, CO₂ durch künstliche Bäume aus der Luft zu ziehen. Klar ist: Wir müssen derartige Technologien in Betracht ziehen, um die Pariser Klimaziele zu erreichen. Die potenziellen Risiken für Umwelt und Gesundheit sind aber je nach Quelle, Verfahren und Kontext nicht zu unterschätzen, und mit derzeitigen Anreizsystemen sind die Projekte noch unwirtschaftlich.

Wenn Kompensation den Verzicht nicht aufwiegt, warum ist Kompensation für Unternehmen trotzdem ein geeignetes Mittel, ihren ökologischen Fußabdruck zu verringern?

Insbesondere für produzierende Unternehmen ist die CO₂-Kompensation unumgänglich, weil sie nicht alle Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette vermeiden können.

Sollte aus Ihrer Sicht in der freien Wirtschaft CO₂-Kompensation verpflichtend werden ähnlich wie der CO₂-Preis?

Der CO₂-Preis, der ab 2021 für weitere Sektoren gelten wird, ist bereits eine Art Kompensation, sofern die Einnahmen in Klimaschutzprogramme investiert (und teilweise gerecht an die Bevölkerung rückverteilt) werden. Für Produkte oder Branchen außerhalb der bereits abgedeckten Sektoren könnte auch eine verpflichtende Kompensation von Emissionen eingeführt werden, wie dies beispielsweise von der internationalen Luftfahrtorganisation für das Wachstum des Luftverkehrs nach 2020 beschlossen wurde. Es sind aber viele weitere Maßnahmen notwendig, um unsere Infrastruktur und Wirtschaft klimaneutral umzubauen.

Sollte man Kompensationsbemühungen den Beigeschmack des „Ablasshandels“ nehmen, weil dann unterm Strich mehr Menschen zur CO₂-Senkung motiviert werden? Oder ist es gerade umgekehrt sinnvoll, den negativen Beigeschmack des Greenwashings zu verstärken, weil viele Menschen sonst keinen Grund zur CO₂-Vermeidung sehen?

Weder noch. Damit Verbraucher im ersten Schritt verzichten, müssen sie zunächst mehr zu den Mechanismen des Klimawandels und die effektivsten Maßnahmen zur eigenen Vermeidung und Reduzierung wissen. CO₂-Einsparung ist der erste Schritt - wenn der nicht unternommen wird ist die Kompensation in der Tat unangemessen. Das Wissen über die Stärken der CO₂-Kompensation wie auch ihre Fallstricke sollte gefördert werden. Die Projekte haben oft positive Nebeneffekte und tragen in einem Land des globalen Südens zu einer nachhaltigen Entwicklung bei – vielfach entstehen Arbeitsplätze, während gleichzeitig die Biodiversität geschützt wird. Wenn wir also die Bekanntheit von Kompensationsmöglichkeiten in der Gesellschaft steigern, sensibilisieren wir nicht nur für klimabewusstes Handeln, sondern fördern die Entwicklung der Partnerländer.

Kritiker deuten Kompensation als Reinwaschen des schlechten Gewissens. Wann kann ein Unternehmen berechtigt sagen, dass die Optionen zur Reduzierung und Vermeidung wirklich ausgeschöpft sind?

Kompensation kommt natürlich nicht ohne saubere Bilanzierung aus. Es gibt standardisierte Methoden, anhand derer die Gesamtemissionen eines Unternehmens entlang der Wertschöpfungskette zunächst bemessen und dann systematisch reduziert werden können. Dabei differenziert ein Unternehmen die Gesamtemissionen nach drei Bereichen, den sogenannten Scopes, die bei der Berechnung unterschiedlich weit gehen. Alle Emissionsquellen werden so transparent gemacht.

Für die Kompensation der nichtvermeidbaren Emissionen ist es im nächsten Schritt wichtig, dass Unternehmen Kompensationszertifikate erwerben, die international anerkannt sind – und zur Unternehmensphilosophie passen. Handlungen, die grundsätzlich nicht nachhaltig sind, sollten zwecks Glaubwürdigkeit nicht kompensiert sondern eingestellt werden.

Zu Scope 1 gehören die Emissionen, die unter anderem auf dem Firmengelände durch die Verbrennung von Energieträgern, zum Beispiel zur Stromerzeugung in unseren eigenen Kraftwerken, verursacht werden.

Zu Scope 2 werden alle Emissionen zugeordnet, die durch die Erzeugung von fremdbezogenen Energiemengen, wie zum Beispiel Strom vom Stromversorgern, außerhalb vom Werksgelände emittiert werden.

Zu Scope 3 zählen Emissionen, die vor (Upstream) oder nach (Downstream) unserer unternehmerischen Tätigkeit entstehen. Dazu wird zum Beispiel der CO₂-Ausstoß gerechnet, der in der Lieferkette (eingekaufte Güter und Dienstleistungen), durch den Fahrbetrieb (Nutzungsphase inklusive Kraftstoff- und Stromherstellung) unserer Fahrzeuge in Kundenhand oder beim Recycling der Fahrzeuge entsteht. Lesen Sie in unserem Nachhaltigkeitsbericht mehr zu den drei Scopes des Greenhouse Gas Protocols.

Mehr Informationen dazu, wie wir bei Daimler CO₂-Emissionen berechnen, finden Sie hier.

Wie kann ein Unternehmen wie Daimler CO₂-Kompensation möglichst effizient und klimafreundlich nutzen?

Neben der Kompensation mit „Gold Standard“-Zertifikaten wäre es für Daimler sinnvoll, sich selbst an einer Projektentwicklung für CO₂-Kompensation zu beteiligen. Bei solch einem Kooperationsprojekt gehört Daimler dann ein Teil des Projekts. Das dient der Kommunikation und Repräsentation des Unternehmens nach außen, und fördert das Projekt auf besondere Weise.

Was würden Sie uns als Daimler abschließend auf dem Weg zu CO₂-neutraler Mobilität raten?

Vermeiden Sie bereits in der Produktionskette so viele Emissionen wie möglich und kompensieren Sie mit hochqualifizierten Projekten. Zudem möchte ich Sie ermutigen, emissionsarme Mobilitätsangebote weiterhin auszubauen.

Welches Projekt würden Sie uns besonders ans Herz legen?

Ich empfehle Daimler eine duale Strategie, bei der Klimaschutzprojekte im In- und Ausland unterstützt werden. Diese Kombination ermöglicht einerseits eine wirksame Kompensation ohne Doppelzählung und gleichzeitig lokales Engagement.

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