Neuer Assistent für Elektrofahrzeuge Daimler bringt eine neue Assistenzfunktion in alle kommenden Elektrofahrzeuge und Hybride

Der Eco-Assistent hilft nicht nur Kraftstoff und Strom zu sparen, sondern gibt dem Fahrer auch wertvolle Informationen darüber, wie er selbst ökologischer fahren kann. Carmen Gander, Hauptentwicklerin des ECO-Assistenten, erklärt in einem Interview, was genau dahinter steckt.

Frau Gander, wie kam es zur Idee für diese Assistenzfunktion?

Bei der Entwicklung von elektrifizierten Antrieben kommt man immer wieder an einer Frage vorbei: Wie stark soll das Fahrzeug verzögern, wenn man alle Pedale loslässt? Bei bestehenden Systemen gibt es derzeit häufig zwei Modi, zwischen denen der Fahrer wählen kann. Erstens: Das sogenannte „One-Pedal-Feeling, d.h. freies Rollen etwa bei halb gedrücktem Fahrpedal. Gibt man mehr Gas, wird beschleunigt, gibt man weniger Gas, wird verzögert bzw. gebremst. Durch die elektrische Verzögerung, der Rekuperation, wird die Batterie geladen. Das Bremspedal selbst benötigt man eigentlich nur noch zum Anhalten oder für Vollbremsungen.

Der zweite Modus kommt dem kleinen Schubmoment eines Verbrennungsmotors nahe. Bei Hybriden könnte das Fahrzeug in den Schub gehen -- mit oder ohne Schubabschaltung, frei rollen im Sinne von segeln ggf. sogar mit Motor aus oder eben auch rekuperieren. Was richtig – sprich ökologisch sinnvoll und komfortabel – ist, hängt von der Verkehrs- und Fahrsituation ab.

Und genau da setzt unsere Funktion - der ECO-Assistent - an: Vom serienmäßigen verbauten Radar-Sensor ist der Abstand und die Geschwindigkeit des Vordermanns bekannt. Die Kamera in der Windschutzscheibe liefert die aktuell zulässige Höchstgeschwindigkeit und aus den Kartendaten des Navigationssystems sind neben Geschwindigkeitsbegrenzungen, Kreisverkehren, Kurven und Kreuzungen auch Steigungsdaten erhältlich.

Das Fahrzeug kennt seine vorausliegende Strecke

Und was genau macht der ECO-Assistent?

Der ECO-Assistent verbindet all diese Daten und stellt dann die optimale Verzögerung ein: Freies Rollen macht Sinn, wenn das Fahrzeug möglichst keine Geschwindigkeit abbauen soll, also zum Beispiel bei leichtem Gefälle und freier Fahrt. Die Rekuperation dagegen wird bei größeren Gefällen, langsamerem Vorausfahrer, einer nahenden Geschwindigkeitsbegrenzung oder vor Kreuzungen und Kurven aktiviert und auf den optimalen Wert eingestellt.

Das Herzstück des ECO-Assistenten ist die sogenannte Ausrollsimulation: Sie berechnet, wie weit das Fahrzeug in Abhängigkeit des vorausliegenden Steigungs- und Kurvenprofils mit freiem Rollen und wie weit es mit maximaler Rekuperation rollt. In diesem Entfernungsbereich liegt der Regelbereich des ECO-Assistenten. Gelangt das Fahrzeug in diesen Regelbereich, erscheint im Kombiinstrument ein kleines grünes Symbol „Fuß vom Gas“.

Das Herzstück des ECO-Assistenten ist die Ausrollsimulation

Dem Fahrer wird damit angezeigt, dass ein vorausliegendes Geschwindigkeits-Ereignis wie Gefälle, Vorausfahrer, Schild, Kurve, etc. energieeffizient ohne Bremsen erreicht werden kann, wenn er schon jetzt vom Gas geht. Wir haben den ECO-Assistenten dabei so appliziert, dass sich hinter dem Fahrzeug keine „hupende Schlange“ bildet.

Der Fahrer kann zu jedem Zeitpunkt erfahren, warum der ECO-Assistent die Fahrempfehlung „Fuß vom Gas“ einblendet und warum die Verzögerung so eingestellt wurde, wie es gerade der Fall ist. Aber nur, falls er dies auch wünscht: Der Fahrer kann eine Assistenzgrafik im Kombiinstrument aufrufen,die über vorausliegende Ereignisse auf der Strecke informiert. So wird beispielsweise vor einer Kuppe schon das Gefälle angezeigt, um das Segeln zu begründen und die Ortseinfahrt mit „km/h“ angekündigt, um den Segelabbruch und die Rekuperation zu erklären.

Kann der Fahrer dann noch selbst eingreifen, bzw. sein Fahrverhalten selbst bestimmen?

Die Kontrolle behält dabei weiterhin der Fahrer: Anders als beim Distronic-Betrieb gibt der ECO-Assistent kein Gas und bremst auch nicht, sondern gibt nur Hinweise und stellt den Schub situationsgerecht ein. Wenn aber schon das stört, dann schalten Sie den ECO-Assistent einfach ab: Der ECO-Assistent ist derzeit nur im E-Fahrprogramm in vollem Umfang aktiv und das Fahrpedal und die Bremse überstimmen den ECO-Assistenten zu jeder Zeit.

Beispiel für eine Fahrsituation mit dem ECO-Assistent

Wann kommt der ECO-Assistent?

Der ECO-Assistent wurde mit dem neuen S500 eingeführt. Der Motor besitzt serienmäßig eine 48V-Elektrifizierung und kann damit rekuperieren. Der ECO-Assistent wird jetzt sukzessive in alle kommenden Hybride -- Plug-In und 48V -- und Elektrofahrzeuge eingeführt, zunächst in Europa und dann in immer mehr Ländern für die Kartendaten zur Verfügung stehen. Apropos Kartendaten: Voraussetzung ist zusätzlich zur Elektrifizierung, dass die COMAND-Navigation und die Verkehrszeichenerkennung verbaut sind.

Und wo bleibt der Fahrspaß?

Bei Kundenbefragungen in Deutschland und USA wurde übereinstimmend bestätigt, dass es eine neue Art von Fahrspaß gibt: Ökologisches Fahren. Lobend wurde hierbei besonders das „Segeln mit Motor aus“ und der „geniale Wiederstart“ beim Stopp/Start-System des mit 48V-ISG elektrifizierten Motor erwähnt. Der ECO-Assistent ist hier die logische Fortsetzung. Und Fans sprechen schon heute von einem Suchtpotential der Vorausschaufunktion.

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