Kleine Teile – Große Wirkung Rezyklierte Kleinteile für weniger Emissionen

Die Herstellung von Fahrzeugen erfordert naturgemäß einen hohen Materialeinsatz. Um die natürlichen Ressourcen zu schonen, setzt Daimler auf Rezyklate. Daher ist dieses Thema auch ein zentraler Punkt in der umweltgerechten Produktentwicklung (Design for Environment). Seit 2014 tragen nun auch die kleinsten Serienteile zur ressourcenschonenden Produktion bei.

Rezyklate – das sind wiederverwertete Kunststoffe, die ganz oder teilweise aus aufbereitetem Produktionsabfall oder Altmaterial hergestellt werden. Durch weniger Rohstoffabbau und -verarbeitung sowie Transporte lassen sich CO₂-Emissionen und Kosten einsparen. Bisher wurden in der Mercedes-Benz Produktion nur größere Bauteile, wie beispielsweise Radlaufverkleidungen, durch Rezyklate ersetzt. Höchste Zeit, auch die kleineren Komponenten umzustellen – dachten sich Boze Mrsic und Alexandra Krieger, Mitarbeiter im Bereich Forschung & Entwicklung Mercedes-Benz Cars. Das Resultat: rund 1.000 Tonnen CO₂-Einsparung pro Jahr.

Frau Krieger und Herr Mrsic, in den letzten vier Jahren beschäftigten Sie sich unter anderem mit der Umstellung der Kleinteile auf Rezyklate. Zu aller erst die Frage was sind „Kleinteile“?

Unter Kleinteilen verstehen wir hauptsächlich Verbindungselemente, wie z.B. Schrauben oder Muttern aber auch Kunststoffkleinteile wie Leitungsbefestiger, Clipse oder Ähnliches.

CO₂-Einsparpotential durch Rezyklateeinsatz

Was haben Sie mit der Umstellung erreicht?

Durch die Umstellung bestimmter Kleinteile auf Rezyklate kann Daimler nun knapp 1.000 Tonnen CO₂ jährlich einsparen. Das ist ein positiver Beitrag für den Umweltschutz. Außerdem konnten durch die Umstellung auf den neuen, umweltfreundlichen Herstellungsprozess die Teilekosten um bis zu 20 Prozent reduziert werden.

Das ist ein großer Erfolg und klingt nach einem umfangreichen Projekt. Wie sind Sie vorgegangen?

Zuallererst haben wir eine Machbarkeitsstudie durchgeführt, die erfolgreich war. Anschließend bekamen wir die Freigabe der Fachbereiche. Wir starteten zunächst ein Pilotprojekt mit den aussichtsreichsten Kleinteilen bzgl. einer Rezyklat- Umstellung. Wir entschieden uns für zwei Kunststoffmuttern, die wir nach umfangreichen Material- und Funktionstests nach Daimler Vorgaben, in die Serienbaureihen integrieren konnten.

Nach dem erfolgreichen Pilot, stellten wir sukzessive weitere 17 Kleinteile aus den Produktgruppen Leitungsbefestiger (z.B. für Brems- und Klimaleitungen), Kunststoffmuttern und Wagenheberaufnahmen, um.

Was war dabei die größte Herausforderung?

Die Challenge war sicherzustellen, dass die Produktion der Fahrzeuge in keiner Weise gefährdet wird und wir die festgelegte Daimler Qualität einhalten. Im Zuge dessen haben wir uns vor dem Serieneinsatz die Qualität des Rezyklates zusätzlich von einem externen Institut bestätigen lassen. Außerdem wurden alle Rezyklat- Kleinteile mit einem Körnerpunkt versehen, so dass man jederzeit in der Produktion erkennen kann, ob es sich um ein Rezyklat handelt. Für jedes umgestellte Kleinteil, haben wir beide Materialien wahlweise, also „Orginal“ und Rezyklat, freigegeben, um immer eine Backup-Lösung zu haben.

In welchen Baureihen werden Ihre Rezyklat-Kleinteile nun verwendet?

Sie werden in allen Mercedes-Benz Fahrzeug-Baureihen eingesetzt. Gerade durch den baureihenübergreifenden Einsatz entstehen so die größten Effekte in Bezug auf CO₂-Bilanz und Teilekosten.

In allen Baureihen umgesetzt klingt nach einem erfolgreich abgeschlossenen Projekt. Oder geht es noch weiter?

Ja, das Projekt haben wir erfolgreich abgeschlossen. Allerdings arbeiten wir – wie auch unsere Lieferanten - ständig daran, weitere Bauteile für die Serie umweltschonend aus Rezyklat herzustellen. Beispielsweise prüfen wir alle Neuentwicklungen bei den Kleinteilen aus Kunststoff auf einen Rezyklateeinsatz.

Vielen Dank für das Interview.

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