Wanderfalken im Werk Sindelfingen

Seit 2004 brüten Wanderfalken erfolgreich im Sindelfinger Mercedes-Benz Werk. Am Schornstein des Heizkraftwerkes ist eigens dafür ein Nistkasten angebracht. Seither sind mehr als 30 Küken geschlüpft.

Zwei der im Frühjahr geborenen Falkenkücken.

Dieses Jahr hat das Wanderfalken-Pärchen wieder Drillinge bekommen. Die zwei Mädels und der Bub wurden auf die Namen Savannah, Svea und Sirius getauft. Die „Fellknäuel“ wiegen durchschnittlich 450 Gramm und sind kerngesund. Aus zirka 40 Metern Höhe holen Naturschützer des Natuschutzbundes (NABU) mit Hilfe der Werkfeuerwehr die Jungfalken aus ihrem Nest. Die Küken werden gewogen, gemessen und beringt. Danach dürfen die Falken wieder zurück ins elterliche Nest.

„Durch die Kennzeichnung ist es möglich, wissenschaftliche Aspekte wie das Zugverhalten, An- und Umsiedlungen sowie die von den Vögeln selbst gewählten Lebensräume zu verfolgen“, sagt Michael Bratenberg (Technischer Umweltschutz SEC/SUMS). Die Farbe der Ringe gibt an, wo die Küken geschlüpft sind - bei den „Werk-Küken“ sind sie goldfarben. Diese sind kennzeichnend für den Nistkasten am Schornstein des Heizkraftwerks. Auf einem Ring ist die Telefonnummer des Vogelschutzzentrums (VSZ) angegeben, mit dem zweiten können die Falken jederzeit identifiziert werden.

Über die Wanderfalken

Die Brutdauer bei Wanderfalken beträgt 34 bis 38 Tage, bis zu 50 Tage dauert es bis sie flügge werden. Die Jungtiere bleiben meist rund vier bis sechs Wochen im Revier der Eltern und wandern dann ab. Wanderfalken erreichen ein Maximalalter von 15 Jahren. In Europa starb der Wanderfalke bis Ende der 1970er Jahre fast aus. Ursache hierfür war die großflächige Anwendung von DDT, ein Insektizid das in der Land- und Forstwirtschaft eingesetzt wurde. Aufgrund seiner giftigen Wirkung auf Wanderfalken und viele andere Greifvögel wurde DDT ab Anfang der 1970er Jahre in allen westlichen Industriestaaten verboten. Der deutsche Bestand stieg nach dem Tief um 1975 mit etwa 50 Paaren wieder stark an und umfasst heute über 1.000 Brutpaare. Diese Ansiedlungen werden nun intensiv unterstützt, vor allem durch die Anbringung geeigneter Nisthilfen. Wanderfalken konnten so auch neue großräumige felsfreie Verbreitungsgebiete besiedeln.

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