Daimler bringt Brennstoffzelle in stationäre Speicher

Daimler startet eine Technologiekooperation zu nicht automobilen Brennstoffzellensystemen. Ziel ist die Technologie für CO₂-freie Energieversorgungssysteme einzusetzen. Ein Pilotprojekt für ein Rechenzentrum startet 2018.

Mit seiner hundertprozentigen Tochter NuCellSys erweitert Daimler in Zusammenarbeit mit Mercedes-Benz Research and Development North America (MBRDNA) und dem Daimler Innovations Lab1886 das Anwendungsspektrum der Brennstoffzellentechnologie. Externe Partner für den Einsatz automobiler Brennstoffzellensysteme in stationären Energieversorgungssystemen sind Hewlett Packard Enterprise (HPE), Power Innovations (PI) und dem National Renewable Energy Laboratory (NREL).

Die Marktreife von automobilen Brennstoffzellensystemen ist heute unbestritten. Sie sind alltagstauglich und stellen eine vielversprechende Option für den Mobilitätssektor dar. Aber das Potenzial von Wasserstoff jenseits des Automobils – Stichwort Energie-, Industrie- und Heimlösungen – ist vielfältig und erfordert die Entwicklung neuer Strategien. Skaleneffekte und Modularisierung sind dabei wichtige Themen.

Christian Mohrdieck, Leiter Brennstoffzelle bei Daimler und Geschäftsführer der Daimler-Tochter NuCellSys

Rechenzentren sind echte Stromfresser

Ein möglicher Einsatzbereich für die neuen Systeme sind Rechenzentren. Sie gehören zu den größten Energieverbrauchern der New Economy. Einer Studie des Natural Resources Defense Council (NRDC) zufolge, steigt der Strombedarf von Rechenzentren in den USA bis 2020 geschätzt auf 140 Milliarden Kilowattstunden im Jahr, was der Jahresproduktion von circa 50 Kraftwerken und einem jährlichen CO₂-Ausstoß von circa 100 Millionen Tonnen entspricht.

Das neuartige Konzept eines „wasserstoffbasierten“, CO₂-freien Rechenzentrums besteht aus Brennstoffzellen, Elektrolyseur, Speicher, Photovoltaik- und Windkraftanlagen. Durch die Kombination der Systeme gleichen die Partner die Instabilität und Variabilität von erneuerbaren Energiequellen aus.

Die Idee: Der Grundstrombedarf des Rechenzentrums wird von Solar- und Windkraftanlagen abgedeckt. In Situationen, in denen die erzeugte Solar- und Windenergie den Bedarf des Rechenzentrums übersteigt, kann die überschüssige Energie via Elektrolyse zur Erzeugung von Wasserstoff verwendet werden. Die Energie wird somit gespeichert anstatt die Energieerzeugung zu drosseln.

Wenn der Strombedarf des Rechenzentrums die erzeugte Solar- und Windenergie übersteigt, oder sogar im Fall eines Stromausfalls, erzeugen die Brennstoffzellensysteme anhand des zuvor gespeicherten Wasserstoffs Strom. Die Nutzung der automobilen Brennstoffzellensysteme trägt dazu bei, die Energieerzeugung und -versorgung von Rechenzentren zu vereinfachen und die CO₂-Bilanz deutlich zu verbessern. Die traditionelle Stromversorgung macht beim Bau eines neuen Rechenzentrums circa 30-40 Prozent der Kosten aus. Der neue Energieversorgungsansatz kann die Gesamtbetriebskosten senken, indem er Dieselgeneratoren, zentrale unterbrechungsfreie Stromversorgungssysteme, Schaltanlagen und teure Kupferleitungen überflüssig macht.

Die Partner streben damit eine nachhaltige und unabhängige Energieversorgung für Rechenzentren an und beschleunigen gleichzeitig die Energiewende.

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