Omnibusse von Mercedes-Benz: Das Alphabet der Sicherheitssysteme

Größtmögliche Sicherheit gehört zum Markenkern von Mercedes-Benz. Daher unterstützt die Marke mit dem Stern Omnibusfahrer seit vielen Jahren mit immer vielfältigeren und wirkungsvollen Assistenzsystemen. Im Mittelpunkt steht die aktive Sicherheit zur Unfallverhinderung. Das Alphabet der Sicherheits- und Assistenzsysteme reicht von A wie Attention Assist bis S wie Spurassistent:

Abstandsregel-Tempomat hält den Abstand ein

Der radargestützte Abstandsregel-Tempomat (ART) entlastet den Fahrer auf Fernstraßen und Autobahnen. Erkennt der ART ein langsameres Fahrzeug voraus, bremst er den Omnibus automatisch ab, bis ein vom Fahrer vorgewählter geschwindigkeitsabhängiger Abstand erreicht ist, den der ART dann konstant einhält. Der Abstandssensor tastet fortlaufend die Umgebung vor dem Bus ab und misst Abstand und Relativgeschwindigkeit vorausfahrender Fahrzeuge. Fährt kein Fahrzeug voraus, arbeitet er wie ein Tempomat. Der ART nimmt dem Fahrer vor allem bei mittlerem bis dichtem Verkehr auf Fernstraßen Anpassungs-Bremsungen weitgehend ab.

Active Brake Assist: er hilft aktiv, Auffahrunfälle zu vermeiden

Der Active Brake Assist (ABA) erlebte seine Markteinführung im Jahr 2008 in Reisebussen von Mercedes-Benz. Fortwährend weiterentwickelt, erkennt der Active Brake Assist die akute Gefahr eines Auffahrunfalls auf ein stehendes oder langsamer vorausfahrendes Fahrzeug und leitet nach Durchlaufen einer Warnkaskade zunächst eine Teil- und dann eine Vollbremsung ein. Der Active Brake Assist kann aktiv Unfälle verhindern, zumindest aber die Kollisionsgeschwindigkeit und damit die Schwere von Unfallfolgen erheblich verringern.

Der Active Brake Assist 4 mit Personenerkennung ist die konsequente Weiterentwicklung und ein weiterer Meilenstein. Er warnt den Fahrer als erstes System seiner Art zusätzlich vor einer Kollision mit sich bewegenden Fußgängern und leitet gleichzeitig automatisch eine Teilbremsung ein. Das eröffnet dem Fahrer die Möglichkeit, durch eine Vollbremsung oder ein Lenkmanöver die Kollision zu vermeiden. Der ABA 4 ist ab dem ersten Quartal 2019 Serienausstattung im Hochdecker Mercedes-Benz Tourismo.

Attention Assist: er passt auf den Fahrer auf

Das Sicherheitssystem Attention Assist (AtAs) ruft anhand von bestimmten Kriterien wie Lenkbewegungen und Bremsaktivitäten, Betätigung des Fahrtrichtungsanzeigers, Fahrzeuggeschwindigkeit und der Tageszeit permanent Informationen über die Kondition des Fahrers ab. Aus der Korrelation der gewonnenen Daten und des adaptierten Fahrerprofils schließt der Attention Assist auf Reaktionsfähigkeit und Müdigkeitsgrad des Fahrers. Ist ein definierter Wert überschritten, wird der Fahrer über Signale zu einer Pause aufgefordert.

Bremsassistent für Reisebusse

Der Bremsassistent (BA) ist Serienausstattung in Reisebussen von Mercedes-Benz. Er erkennt anhand der Betätigungsgeschwindigkeit des Bremspedals eine Notbremssituation und steuert unmittelbar einen deutlich erhöhten Bremsdruck ein. Dies verkürzt den Bremsweg und hilft, Unfälle zu vermeiden.

Crash-Element: Kollisionsschutz für den Fahrer des Citaro

Ein Sicherheitsmerkmal im Vorbau des Stadtbusses Citaro ist ein Crash-Element als Kollisionsschutz. Zusammen mit verstärkten A-Null-Säulen sowie einer definierten Rahmenkonstruktion, die Kräfte bei einem Aufprall direkt in den Unterbau leitet, entspricht der neue Citaro damit sogar dem Pendelschlagversuch für Reisebusse nach der europäischen Vorschrift ECE R 29.

Dauerbrems-Limiter: konstant und sicher bergab

Der Dauerbrems-Limiter bremst Reisebusse über den Retarder dann ab, wenn die gesetzlich zulässige Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h bergab überschritten wird. Versehentliche Geschwindigkeitsüberschreitungen im Gefälle sind damit praktisch ausgeschlossen.

ESP: Schleudergefahr erheblich reduziert, ATC für Gelenkbusse

Bereits seit Herbst 2003 ist das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) Serienausstattung für Reisebusse von Mercedes-Benz. ESP reduziert im Rahmen der physikalischen Möglichkeiten die Schleudergefahr erheblich. Zur Vermeidung von Gefahren wird das Motordrehmoment reduziert, und es werden im nächsten Schritt gezielt einzelne Räder abgebremst, um einer gefährlichen Instabilität vorzubeugen.
Als weltweit ersten Niederflurbus hat Mercedes-Benz für den Citaro optional ESP eingeführt. Das Pendant für Gelenkbusse heißt Articulation Turntable Controller (ATC). Diese elektronische Knickschutzregelung erzielt annähernd die Wirkung von ESP. Sie ist Serienstand bei allen Gelenkbussen von Mercedes-Benz einschließlich des Großraumbusses CapaCity.

Front Collision Guard: das passive Sicherheitssystem

Der Front Collision Guard (FCG) ist ein einzigartiges passives Sicherheitssystem zum Schutz von Fahrer und Begleiter in Reisebussen bei einem Frontalaufprall. Das komplexe System besteht aus einem Querprofil, das bei einem Unfall im Sinne des Partnerschutzes einen Unterfahrschutz bildet, einem Gerippe aus Crash-Elementen, die im Fall eines Aufpralls gezielt Energie abbauen sowie einem massiven Rahmenteil für den Fahrerplatz einschließlich Lenkung, Pedalerie und Sitz. Es kann sich bei einem schweren Frontal-Unfall komplett nach hinten verschieben und damit den Überlebensraum vergrößern.

Preventive Brake Assist: der erste aktive Bremsassistent für Stadtbusse

Mit dem Preventive Brake Assist führt Mercedes-Benz als Weltpremiere den ersten aktiven Bremsassistenten für Stadtlinienbusse ein. Das Assistenzsystem warnt vor einer Kollision mit sich bewegenden Fußgängern sowie mit stehenden oder fahrenden Objekten und leitet bei akuter Kollisionsgefahr automatisch ein Bremsmanöver mit einer Teilbremsung ein. Warnkaskade und Bremseingriff sind auf den Einsatz im Stadtverkehr mit seiner Verkehrsdynamik ausgelegt.
Bei einer drohenden Kollision warnt der Preventive Brake Assist den Fahrer sowohl optisch durch ein rot aufleuchtendes Dreieck mit Fahrzeugsymbol im Zentraldisplay als auch akustisch. Die gleichzeitig eingeleitete Teilbremsung wird so lange gehalten, bis der Fahrer eingreift oder der Omnibus zum Stehen kommt.

Der Preventive Brake Assist führt bewusst keine automatische Vollbremsung aus. Dies verringert die Verletzungsgefahr für stehende Fahrgäste im Bus, aber auch für die sitzenden, nicht angeschnallten Passagiere. Dem Fahrer steht aber jederzeit die Möglichkeit einer individuell eingeleiteten Vollbremsung offen.

Sideguard Assist: der erste Abbiegeassistent für Stadt- und Reisebusse

Mercedes-Benz bietet den Abbiegeassistent Sideguard Assist mit Personenerkennung für den Stadtbus Citaro in allen dessen Ausführungen bis zum Großraumbus CapaCity und für den Reisehochdecker Tourismo an. Herzstück des Sideguard Assist ist eine Radarsensorik mit zwei Nahbereichs-Radarsensoren auf der Beifahrerseite. Ihre seitliche Überwachungszone hat eine Breite von 3,75 m. Das System deckt die komplette Länge des Omnibusses ab, ergänzt durch zwei Streifen von jeweils 2 m nach vorn und hinten. Oberhalb einer Geschwindigkeit von 36 km/h werden diese Zonen weiter ausgedehnt.

Befindet sich ein bewegtes Objekt in der seitlichen Überwachungszone, wird der Fahrer optisch informiert. Bei Reisebussen leuchtet im Außenspiegel auf der Beifahrerseite eine LED in Dreiecksform gelb auf. Beim Citaro ist sie auf der Türseite in der A0-Säule integriert. Erkennen die Sensoren eine Kollisions-gefahr, erfolgt eine zusätzliche optische Warnung: Die LED Leuchte blinkt mehrfach rot mit höherer Leuchtkraft, nach zwei Sekunden permanent rot. Hinzu kommt eine Vibrationswarnung im Fahrersitz.
Erkennen die Sensoren in der Abbiegekurve des Omnibusses ein stationäres Hindernis, erfolgt ebenfalls eine Warnung.

Spurassistent: warnt vor dem Abkommen von der Fahrbahn

Der Spurassistent (SPA) erkennt mit Hilfe eines Kamerasystems hinter der Windschutzscheibe, wenn das Fahrzeug von der Straße abzukommen droht. Der SPA kontrolliert ständig den Abstand des Busses zu den Spurmarkierungs-linien der Fahrbahn. Bei überfahren der Markierungslinien, wird der Fahrer durch ein Pulsieren auf der entsprechenden Seite des Sitzes gewarnt. Der SPA wird ab einer Geschwindigkeit von 70 km/h aktiv.

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