Elektrisches Produktionsnetzwerk. Sechs neue EQ-Modelle

14. Dezember 2020 - Mercedes-Benz strebt die führende Position bei Elektroantrieben und Fahrzeug-Software an. Die konsequente Elektrifizierung des gesamten Produktportfolios ist ein zentraler Baustein der strategischen Fokussierung „Ambition 2039“ und Grundvoraussetzung auf dem Weg zu CO₂-Neutralität. Bereits im Jahr 2022 umfasst das Portfolio acht vollelektrische Mercedes-EQ Modelle. Das globale Mercedes-Benz Produktionsnetzwerk ist bereit für die elektrische Produktoffensive des Unternehmens und integriert die Mercedes-EQ Modelle konsequent in die Serienproduktion der bestehenden Werke.

Mercedes-Benz geht mit seiner ,Electric First‘-Strategie konsequent den Weg zur CO₂-Neutralität und investiert massiv in die Transformation. Unser Fahrzeugportfolio wird elektrisch und somit auch unser globales Produktionsnetzwerk mit Fahrzeug- und Batteriefabriken. Wir wollen im Bereich der Elektromobilität führend sein und legen unseren Fokus insbesondere auf die Batterietechnologie. Dabei setzen wir auf einen umfassenden Ansatz, der von der Grundlagenforschung und Entwicklung bis hin zur Produktion reicht und auch strategische Kooperation einschließt.

Der EQS, die erste vollelektrische Luxuslimousine von Mercedes-Benz, startet in der ersten Jahreshälfte 2021 in der Factory 56 am Standort Sindelfingen. Mit dem bereits erfolgten Produktionsstart des elektrischen Kompakt-SUV EQA im Werk Rastatt und der aktuellen Standortentscheidung für den EQB im ungarischen Werk Kecskemét geht das Unternehmen weitere wichtige Schritte in Richtung CO₂-Neutralität seines Produktportfolios. Auch im globalen Powertrain-Produktionsverbund sind die Weichen in Richtung „Electric First“ gestellt. Hocheffiziente Batteriesysteme werden innerhalb des Produktionsverbunds gefertigt und montiert.

Das Mercedes Benz Produktionsnetzwerk ist global, digital und flexibel aufgestellt und bereit für die anstehende Elektro-Offensive – nicht zuletzt dank unserer hochqualifizierten und motivierten Beschäftigten weltweit. Wir starten jetzt ein wahres Mercedes-EQ Anlauf-Feuerwerk. Sechs elektrische Produktanläufe bis 2022 untermauern die Stärke und Kompetenz der weltweiten Mercedes-Benz Produktionsstandorte. Insgesamt wird das Produktionsnetzwerk damit über sechs Mercedes-EQ Pkw-Standorte verfügen. Die lokale Fertigung von hocheffizienten Batteriesystemen spielt dabei eine zentrale Rolle in der Mercedes-Benz Strategie – gekoppelt mit einem umfassenden Nachhaltigkeitskonzept, das den gesamten Lebenszyklus der Batterie bis hin zum Recycling abdeckt.

Mercedes-Benz Fahrzeugwerke setzen Elektro-Offensive konsequent um

Im Mai 2019 wurde die Produktion des EQC (Stromverbrauch kombiniert: 21,5 kWh/100 km; CO₂-Emissionen kombiniert: 0 g/km)* ** im Mercedes-Benz Werk Bremen in die laufende Serienfertigung integriert. Nur wenige Monate später ist beim deutsch-chinesischen Produktions-Joint Venture Beijing Benz Automotive Co. Ltd. (BBAC) die Produktion des EQC für den lokalen Markt in China angelaufen. 2020 startete die Produktion der elektrischen Premium-Großraumlimousine EQV (Stromverbrauch kombiniert: 26,4 kWh/100 km; CO₂ Emissionen kombiniert: 0 g/km)* ** im nordspanischen Vitoria.

Der EQA

Kunden der Kompaktwagenklasse können sich im Jahr 2021 mit EQA und EQB auf zwei vollelektrische Kompakt-SUV freuen. Der EQA wird am 20. Januar 2021 als erstes vollelektrisches Derivat der Kompaktwagen seine Weltpremiere feiern. Die Produktion des EQA im Mercedes-Benz Werk Rastatt ist reibungslos gestartet. Genau wie bei den bereits auf dem Markt erhältlichen EQC aus Bremen und Peking und dem EQV aus Vitoria, laufen im Werk Rastatt die vollelektrischen Modelle auf der gleichen Produktionslinie wie die kompakten Fahrzeuge mit konventionellem und Hybrid-Antrieb. Damit sind alle fünf in Rastatt produzierten Fahrzeuge elektrifiziert: Neben dem vollelektrischen EQA werden im Mercedes-Benz Werk Rastatt auch die A-Klasse, A Klasse Limousine, B-Klasse und der kompakte SUV GLA produziert – sowohl mit klassischem Verbrennungsantrieb als auch mit Plug-in-Hybridantrieb. Damit leistet das Mercedes-Benz Werk Rastatt einen wichtigen Beitrag auf dem Weg zur CO₂-neutralen Fahrzeugflotte und für die Elektro-Offensive der Mercedes Benz AG. Im nächsten Jahr (2021) folgt dann die Produktion des EQA auch bei BBAC in Peking für den chinesischen Markt.

Mercedes-Benz EQA

Der EQB

Die Produktion des EQB wird noch im Jahr 2021 an zwei Standorten des globalen Produktionsnetzwerks von Mercedes-Benz Cars anlaufen: im ungarischen Mercedes-Benz Werk Kecskemét für den Weltmarkt und im deutsch-chinesischen Joint-Venture BBAC in Peking für den lokalen Markt. Die Vorbereitungen in den Werken, darunter Mitarbeiterqualifizierungen und Umbauarbeiten, laufen bereits. Der Kompakt-SUV EQB wird das erste rein elektrisch angetriebene Serienfahrzeug aus Ungarn sein und das Plug-in-Hybrid-Portfolio, bestehend aus CLA und CLA Shooting Brake, ergänzen. Auch die A-Klasse wird künftig in Kecskemét mit Plug-in-Hybridantrieb zusätzlich zum deutschen Mercedes-Benz Werk Rastatt produziert.

Mercedes-Benz EQB

Der EQS

Weiterhin startet im ersten Halbjahr 2021 in der Factory 56 im Mercedes-Benz Werk Sindelfingen die Produktion der vollelektrischen Luxuslimousine EQS. Im neuen S-Klasse Programm ist der EQS das eigenständige, vollelektrische Mitglied und nutzt als Erster die neue Elektroarchitektur für Elektrofahrzeuge der Luxus- und Oberklasse bei Mercedes-Benz. In der Factory 56 werden die S-Klasse und künftig auch die Mercedes-Maybach S-Klasse und der EQS vollflexibel auf der gleichen Linie produziert. Die Factory 56 verkörpert die Zukunft der Produktion bei Mercedes-Benz und setzt neue Maßstäbe für den Automobilbau. In der Factory 56 werden Effizienzgewinne von rund 25 Prozent im Vergleich zur bisherigen S-Klasse Montage erreicht. Möglich wird dies durch eine Optimierung des gesamten Wertschöpfungsprozesses und eine vollumfängliche Digitalisierung mit MO360, dem digitalen Mercedes-Benz Produktions-Ökosystem.

Mercedes-Benz EQS

Darüber hinaus beginnt noch in der zweiten Jahreshälfte 2021 das Mercedes-Benz Werk Bremen und kurz darauf das Werk Peking mit der Produktion der Business-Limousine EQE. Der EQE ergänzt damit das rein elektrische Portfolio der beiden Werke. Das Werk Peking wird dann insgesamt vier Mercedes-EQ Modelle für den lokalen Markt produzieren.

Das Mercedes-Benz Werk in Tuscaloosa (USA) bereitet sich zudem auf die Produktion des EQE SUV und EQS SUV im Jahr 2022 vor, die künftig zusammen mit SUVs mit konventionellen Antrieb und Plug-in-Hybridantrieb auf der gleichen Linie produziert werden.

Mercedes-Benz Werk Tuscaloosa

Im Jahr 2022 werden insgesamt bereits acht Mercedes-EQ Elektrofahrzeuge an sieben Standorten auf drei Kontinenten produziert. Möglich ist dies, da das Unternehmen weltweit frühzeitig in die Flexibilität und technische Ausstattung mit zukunftsweisenden Industrie 4.0-Lösungen investiert hat. In den Werken der Mercedes-Benz AG lassen sich dank hochflexibler Strukturen parallel Fahrzeuge mit verschiedenen Antriebsarten produzieren. Mit Blick auf das strategische Ziel, ab 2030 mehr als die Hälfte des Absatzes mit sogenannten xEVs, also Plug-in-Hybriden und Elektrofahrzeugen zu generieren und den rein elektrischen Anteil dabei sukzessive zu erhöhen, ist das hohe Maß an Flexibilität ein entscheidender Vorteil. Es ermöglicht, kurzfristig je nach Marktnachfrage die Produktion anzupassen.

Der smart vervollständigt das elektrische Mercedes-Benz Cars Portfolio mit drei weiteren Modellen. Der smart EQ fortwo (Stromverbrauch kombiniert: 16,5 kWh/100 km, CO₂‑Emissionen kombiniert: 0 g/km)* ** und smart EQ fortwo Cabrio (Stromverbrauch kombiniert: 16,8 kWh/100 km, CO₂‑Emissionen kombiniert: 0 g/km)* ** werden im französischen Hambach und der smart EQ forfour (Stromverbrauch kombiniert: 17,3 kWh/100 km; CO₂-Emissionen kombiniert: 0 g/km)* ** im slowenischen Novo Mesto gefertigt. Die nächste Generation von smart Elektrofahrzeugen wird im Joint Venture smart Automobile Co., Ltd. in China produziert. Das Gemeinschaftsunternehmen ist ein Zusammenschluss der Mercedes-Benz AG und der Zhejiang Geely Group (Geely Holding).

Der Plug-in-Hybridantrieb ist als Zwischenschritt hin zu einem rein elektrischen Produktportfolio eine wichtige Schlüsseltechnologie. Bereits heute sind mehr als 20 Plug-in-Hybrid-Modellvarianten fester Bestandteil des Produktportfolios von Mercedes-Benz. Bis 2025 wird das Portfolio auf mehr als 25 Modellvarianten erweitert. Deren Produktion nimmt im weltweiten Produktionsnetzwerk eine entsprechend wichtige Rolle rein. Schon jetzt laufen in nahezu allen Pkw-Werken von Mercedes-Benz Cars Plug-In Hybridfahrzeuge vom Band.

Kurzinterview mit Jörg Burzer

Herr Burzer, sind Sie in Ihrem Produktionsnetzwerk für die Produktion von Elektrofahrzeugen gerüstet?

Das Mercedes-EQ Produktionsnetzwerk ist bereit für die Elektro-Offensive. Wir haben schon vor einigen Jahren mit dieser Transformation begonnen und unsere Werke maximal flexibel aufgestellt. Die Mercedes-EQ Elektromodelle werden schrittweise in unsere bestehenden Fahrzeugwerke weltweit integriert. Sie laufen dabei vom gleichen Band wie Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor oder Plug-in-Hybridantrieb. Das gilt für all unsere Mercedes-Benz Pkw-Standorte – in Summe sechs auf drei Kontinenten. Dieses Konzept ist vor allem deshalb von Vorteil, da sich die Nachfrage nach elektrischen und elektrifizierten Fahrzeugen regional sehr unterschiedlich entwickelt und wir entsprechend unsere Produktionsplanung kurzfristig anpassen können. Wir fertigen also genau das, was der Kunde gerade möchte.

Wie sieht Ihre Produktionsplanung für die anstehende Modelloffensive denn konkret aus?

Fest steht: Der Anteil rein elektrischer Fahrzeuge in unserem Portfolio wird in den kommenden Jahren stark steigen. Bis 2030 werden bereits mehr als fünfzig Prozent unserer Fahrzeuge als sogenannte xEVs vom Band laufen. Plug-In-Hybride und Hybride spielen damit in den nächsten Jahren weiterhin eine wichtige Rolle in unserer Produktionsplanung. Unser Zielbild ist jedoch klar auf 100 Prozent Mercedes-EQ ausgelegt, und wir lenken unsere Kapazitäten in genau diese Richtung. Wir bereiten unsere Produktion wie auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Schritt für Schritt darauf vor. Ein zentraler Fokus ist auch unser Nachhaltigkeitskonzept: Ab 2022 produzieren wir in den eigenen Mercedes-Benz Werken weltweit CO₂ neutral.

Welche Herausforderungen gab es ganz konkret?

Jeder Fahrzeuganlauf während einer laufenden Produktion bringt Herausforderungen mit sich. Das gilt natürlich auch für Elektrofahrzeuge. Durch das Know-how in unseren Werken und einer standortübergreifenden Anlagenplanung konnten allerdings schnell flexible Lösungen entwickelt und umgesetzt werden. Dazu hat maßgeblich auch die konsequente Digitalisierung unserer Prozesse durch unser digitales Produktions-Ökosystem MO360 beigetragen. Ein wichtiger Faktor ist dabei natürlich die gezielte Qualifizierung unserer Kolleginnen und Kollegen in den Werken, die wir konsequent vorantreiben.

Wie wird es künftig mit der Produktion des Powertrains weitergehen?

Für das globale Mercedes-Benz Powertrain-Produktionsnetzwerk bedeutet der Wandel in Richtung E-Mobilität eine besondere Herausforderung. Wir sind jedoch fest entschlossen, unsere Antriebssparte konsequent auf diesen Wandel auszurichten und damit nachhaltig zukunftsfähig zu machen. In unseren Powertrain-Werken haben wir in den vergangenen Jahren bereits umfangreiches Know-how aufgebaut. Das fängt beim Ausbau unseres Batterie-Produktionsverbunds an und beinhaltet unter anderem auch, dass wir künftig Teile des elektrischen Antriebsstrangs selbst fertigen und montieren werden. Klar ist aber auch: Der Antrieb der Zukunft wird sich maßgeblich vom heutigen unterscheiden.

Die Batterien für die Mercedes-EQ Modelle fertigen Sie also selbst?

Die lokale Produktion von Batterien ist ein essenzieller Erfolgsfaktor in unserer Elektro-Offensive. Mit Blick auf die stetig steigende Nachfrage und entsprechend unserer Produktionsplanung stellen wir den globalen Batterie-Produktionsverbund weltweit flexibel auf. Heute fertigen wir schon Batterien in Kamenz, Bangkok und Peking. Der Anlauf in den Batteriefabriken in Hedelfingen und Jawor steht unmittelbar bevor und auch in Brühl und Tuscaloosa bereiten sich die Kolleginnen und Kollegen bereits auf den Produktionsstart 2022 vor. Unser Produktionsnetzwerk ist für die Mercedes-EQ Modelloffensive sehr gut aufgestellt.

Auf welches neue Elektromodell freuen Sie sich am meisten?

Grundsätzlich freue mich natürlich auf jeden neuen Mercedes-Benz. Ein ganz besonderer Meilenstein ist jedoch sicherlich der anstehende Produktionsanlauf des EQS, der gemeinsam mit der S-Klasse in unserer neuen Factory 56 im Mercedes-Benz Werk Sindelfingen vom Band laufen wird. Hier geben wir die Richtung für unser gesamtes Produktionsnetzwerk vor: Mit modernsten Produktionstechnologien ist die Factory 56 eine Blaupause für unser globales Netzwerk. Zugleich untermauert sie unseren Anspruch – den Mercedes-Weg - an die Produktion der Mercedes-EQ Modelle: vollständig digital und flexibel, hocheffizient und maximal nachhaltig.

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