Bus Rapid Transit Unser nachhaltiges Verkehrskonzept

Bus Rapid Transit (BRT) ist ein Busverkehrssystem, das schnelle, komfortable und kosteneffiziente städtische Mobilität bietet. Das sichtbarste Element eines BRT-Systems sind die separaten Busspuren, die einen schnellen und dicht getakteten Betrieb gewährleisten. Die Unabhängigkeit vom übrigen Verkehrsgeschehen sorgt daher für schnelle Reisegeschwindigkeiten und eine hohe Zuverlässigkeit des fahrenden Betriebs – ganz zur Zufriedenheit der Fahrgäste.

Die Stadtbevölkerung wächst rasch – und muss mobil bleiben

Weltweit gibt es mehr als 1000 Städte mit mindestens 500 000 Einwohnern. In Metropolregionen wie Tokio-Yokohama, Mexico City, New York, Seoul, Mumbai, São Paulo und Manila sind jeweils zwischen etwa 20 und 40 Millionen Einwohner beheimatet. Seit dem Jahr 2008 lebt mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten. Die UNO erwartet, dass dieser Anteil im Jahr 2050 rund 70 Prozent erreichen wird – bei einer wachsenden Weltbevölkerung.

Die Menschen in all diesen Städten und Regionen erwarten Mobilität – sie müssen ihre Arbeitsplätze erreichen, müssen zur Schule, zum Einkaufen, sie wollen ihre Freizeit mobil gestalten. Mit Individualverkehr lassen sich diese Herausforderungen in solchen Agglomerationen nicht mehr lösen. Anbieter von Verkehrsdaten haben es gemessen: In den Niederlanden, in Belgien und in Deutschland zum Beispiel verbringt jeder Einwohner im Durchschnitt rund 40 Stunden im Jahr im Stau. In Deutschland gelten Stuttgart und Köln mit etwas mehr als 70 Staustunden im Jahr als Stau-Hauptstädte.

Verkehrsinfarkt: der Omnibus als wesentlicher Teil der Lösung

Der Weltverband der Verkehrsbetriebe UITP (Union Internationale des Transports Publics) macht eine einfache Rechnung auf: Um 10 000 Menschen einen Kilometer weit zu befördern, werden 2000 Autos benötigt, die rund 24 000 m² Fläche benötigen. Bei einem rund zwölf Meter langen Solobus wie dem Mercedes-Benz Citaro werden nur 100 Fahrzeuge auf einer Fläche von 3200 m² benötigt. Bei Verwendung eines Großraumbusses wie dem Mercedes-Benz CapaCity genügen sogar 50 Fahrzeuge mit zusammen rund 3000 m² Fläche.

Ein Ausweg aus dem Verkehrskollaps heißt deshalb BRT. Die drei Buchstaben stehen für Bus Rapid Transit, kurz übersetzt Schnellbussystem. Kennzeichen sind eigene Trassen mit separaten und barrierefreien Haltestellen, eigene Ampelschaltungen sowie spezielle Ticketsysteme mit Vorabverkäufen von Fahrscheinen. Je nach erwarteter Passagiernachfrage können die einzelnen Elemente von BRT-Systemen unterschiedlich groß dimensioniert werden. In Südamerika haben BRT-Systeme die Rolle von Metrosystemen übernommen und sind entsprechend großzügig ausgebaut. Europäische Lösungen ähneln von der Dimensionierung her einer Straßenbahn.

BRT-Systeme: kostengünstig, flexibel, schnell eingerichtet

Vorteil von BRT-Systemen: Sie sind schnell eingerichtet, kostengünstig und flexibel. Sie verringern das Verkehrsaufkommen, mindern die Abgas- und Geräuschemissionen, steigern die Reisegeschwindigkeit und verbessern damit insgesamt die Lebensqualität.

Daimler Buses zählte mit der Einführung eines BRT-Systems in der australischen Stadt Adelaide vor rund 30 Jahren zu den Pionieren derartiger Systeme. Heute zählen Experten weltweit rund 185 BRT-Systeme mit einer Flotte von etwa 40 000 Omnibussen. Sie allein befördern täglich über 30 Millionen Fahrgäste.

BRT-Strecken: erfolgreich auf allen Kontinenten

BRT-Strecken gibt es inzwischen auf allen Kontinenten und es werden fortlaufend neue Strecken geplant und eingerichtet. Als BRT-Region gilt vor allem Südamerika, dessen rasant wachsende Metropolen mit BRT-Systemen erschlossen werden. Die brasilianische Stadt Curitiba zum Beispiel ist mit ihrem bereits 1968 eingeführten BRT-System Pionier dieses Verkehrssystems. Die Olympiastadt Rio de Janeiro hat in den vergangenen Jahren ein BRT-System aus drei Korridoren mit zusammen 150 km Länge entwickelt. Auf dem zuerst eröffneten „TransOeste“ fahren zum Beispiel 90 Gelenkbusse von Mercedes-Benz, jeweils vierachsig und 23 m lang. Sie sind in Brasilien als „Ligeirão“ bekannt, als „großer Schnellbus“.

Faszinierend ist ebenfalls die Metrobüs-Strecke 34 in Istanbul. Sie wird von Omnibussen in extrem dichter Folge im Linksverkehr befahren. Die spektakulären Zahlen: 52 Kilometer Länge, 750 000 Fahrgäste täglich. Das Rückgrat dieses Verkehrssystems bilden 250 Großraum-Gelenkbusse Mercedes-Benz CapaCity und 250 Gelenkbusse Mercedes-Benz Citaro und Conecto.

In Mitteleuropa werden BRT-Linien eher punktuell eingesetzt, etwa in Nantes, Nancy und Straßburg als Zubringerstrecken aus den Vororten, oder im spanischen Granada zur Beruhigung des Stadtzentrums. In den Niederlanden verbindet die Linie 300 die Stadt Haarlem (155 000 Einwohner) mit dem nahe gelegenen Flughafen Schiphol und mit der Metropole Amsterdam.

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